Verdi, Wagner, Mozart, Puccini, Richard Strauss — die fünf Namen, die bisher 33 erfasste Saisons im Orchestergraben des Nationaltheaters geprägt haben. Jede Zahl auf dieser Seite stammt aus dem eigenen Dienstplan: nur Abende, an denen ich selbst im Graben saß, vom 25. Juli 1993 (La traviata) bis zum vorläufig jüngsten erfassten Abend, Das Rheingold am 28. Juli 2025. Das Archiv wächst mit jeder Spielzeit weiter.
Gezählt sind ausschließlich eigene Vorstellungsdienste in Opern der fünf Komponisten. Zusammen sind das 1.391 Abende — verteilt auf 45 Werke, vom einmaligen Gast (I masnadieri, ein einziger Abend) bis zum Dauergast (82-mal La traviata).
Die fünf Großen tragen 1.391 meiner 2.308 Opern-Abende — gut 60 Prozent. An sie kommt niemand heran, aber dahinter beginnt ein eigenes Feld: Donizetti ist der klare Sechste, Bizet und Johann Strauss schaffen es mit jeweils einem einzigen Werk in die Spitzengruppe.
Und auf Werkebene mischen zwei Außenseiter die Großen auf: Carmen und Hänsel und Gretel stehen mit je 50 Abenden mitten in den Top Ten — gleichauf mit Zauberflöte und Götterdämmerung.
| # | Werk | Komponist | UA | Meine Vorst. |
|---|---|---|---|---|
| 1 | La traviata | Verdi | 1853 | 82 |
| 2 | Don Giovanni | Mozart | 1787 | 74 |
| 3 | La bohème | Puccini | 1896 | 67 |
| 4 | Tosca | Puccini | 1900 | 55 |
| 5 | Die Zauberflöte | Mozart | 1791 | 51 |
| 5 | Götterdämmerung | Wagner | 1876 | 51 |
| 7 | Carmen | Bizet — der einzige Bizet im Plan | 1875 | 50 |
| 7 | Hänsel und Gretel | Humperdinck — der ewige Dezember | 1893 | 50 |
| 9 | Madama Butterfly | Puccini | 1904 | 47 |
| 10 | Der Rosenkavalier | R. Strauss | 1911 | 45 |
Alle 45 Opern, jede auf ihrer eigenen Zeile, chronologisch nach Uraufführung — das farbige Band dahinter ist die Lebensspanne des Komponisten. Die Punktgröße entspricht der Zahl meiner Vorstellungen; Gold mit ★ markiert die fünf Münchner Uraufführungen, vier davon im eigenen Haus.
Jeder Abend im Graben ist auch ein Aufenthalt in der Epoche, in der das Werk entstand. Rechnet man alle Abende dem Entstehungsjahrzehnt ihres Werks zu — hier über das gesamte Opernrepertoire, nicht nur die fünf Großen —, zeigt sich das historische Zuhause: Spitzenreiter sind die 1870er (274 Abende: der halbe Ring, Carmen, Aida, Fledermaus), gefolgt von den 1900ern (213) sowie den 1860ern und 1890ern (je 196). Das früheste Fenster ist Händels Barock der 1720er/30er, das jüngste die Uraufführungen der 2010er.
Erfasst: alle Opern mit mindestens fünf eigenen Abenden — 94 % aller 2.308 Opern-Vorstellungen. Maßstab ist das Uraufführungs-, bei posthumen Werken das Entstehungsjahr. Balken antippen für die Werke dahinter.
Jede Zelle eine Saison, je dunkler, desto mehr eigene Vorstellungen. Man sieht die Ring-Jahre bei Wagner (1998/99, 2005/06, 2011–13), die Verdi-Konstante über drei Jahrzehnte — und wie dicht das Repertoire bis zur jüngsten erfassten Saison 2024/25 blieb.